ERDKUNDE

Geographie/Erdkunde – mehr als die „Kunde der Welt“ (und deutlich mehr als Stadt-Land-Fluss)

„Wer den Himmel auf Erden sucht, hat in Geographie geschlafen.“ (Grethe Weiser)

Vom Heimatort in die große, weite Welt und zurück – so könnte man Erdkunde- oder Geographieunterricht beschreiben. Das Wort Geographie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Beschreibung der Erde; und natürlich ist dies immer noch eine wichtige Grundlage – Lage von Kontinenten, Ländern, Städten, Flüssen und Meeren, Aufbau der Erde, Klima- und Vegetationszonen, städtische und ländliche Strukturen.

Aber Erdkunde ist mehr. In einer Welt, die durch Globalisierung, demographischen Wandel, Disparitäten zwischen Arm und Reich, zahlreichen Umweltproblemen und nicht zuletzt den Klimawandel ständigen Veränderungen ausgesetzt ist, gibt Erdkunde Anstoß und Anlass zum Denken. Sie befindet sich im Spannungsverhältnis zwischen Natur und Mensch. Die Natur stellt mit ihren regionalen Gegebenheiten Lebensgrundlage und Rahmenbedingungen für das menschliche Leben, und der Mensch wirkt mit seiner Besiedlung, seinem Konsumverhalten und seiner gesamten Art des Lebens auf die Natur ein. Es sind gesellschaftliche Veränderungen und die Frage nach der Tragfähigkeit unseres Planeten, die uns stets vor neue Herausforderungen stellen und genau hier setzt Erdkunde an.

An konkreten lokalen, regionalen und globalen Raum- und Fallbeispielen erkennen und erforschen wir physisch und anthropogen geprägte Eigenarten und typische Merkmale von Räumen sowie deren Bedingungen, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten. Raumkonflikte und Entwicklungen werden aus mehreren Perspektiven beleuchtet und problemorientiert diskutiert, abgeschätzt und im Sinne der Nachhaltigkeit bewertet.

Zusammengefasst: Es gilt die Erde als Lebensgrundlage des Menschen in ihrer Komplexität, Einzigartigkeit, Vielfalt und Verletzlichkeit zu begreifen und verantwortungsbewusst und nachhaltig mit ihr umzugehen. Wir zeigen auf, erkennen und erarbeiten, wo, wie und warum Menschen durch Hunger, Armut, Wasserknappheit, Chancenlosigkeit, ökologische Probleme, etc. leiden und suchen nach Lösungen. Wir erweitern unsere Horizonte durch das Einüben von Multiperspektivität und das Überdenken unseres eigenen Lebenswandels und suchen Möglichkeiten, auch lokal zu Lösungen lokaler, regionaler und globaler Probleme beizutragen. Damit leistet Erdkunde einen wichtigen Beitrag für eine gesündere, gerechtere und nachhaltigere Welt für uns und kommende Generationen.

Im Bezug auf die 17 Ziele der Nachhaltigkeit legen wir einen besonderen Fokus auf:

  • die Reduzierung von Armut,
  • die Reduzierung von Hunger,
  • bezahlbare und saubere Energie,
  • nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion,
  • Maßnahmen zum Klimaschutz.

„Es ist nichts, was den geschulten Verstand mehr kultiviert und bildet als Geographie.
Geographie ist die Mutter der Wissenschaften!“ Immanuel Kant (1724-1804)

© Sebastian Ehlers, Frank Wagner 2022